Autogenes Training

Ein passives Entspannungsverfahren für mehr Ruhe, Regulation und innere Stabilität

Schaubild Autogenes Training

Autogenes Training ist ein bewährtes Entspannungsverfahren nach J. H. Schultz. Es arbeitet mit der Kraft der Vorstellung, mit ruhiger Konzentration und mit einfachen verbalen Formeln, die den Körper Schritt für Schritt in einen Zustand tiefer Entspannung führen können.

Es gehört zu den passiven Entspannungsverfahren, weil die Entspannung nicht über körperliche Anspannung und Bewegung entsteht, sondern über Vorstellungskraft, innere Formeln und ruhige Konzentration.

Das Wort „autogen“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „aus sich selbst heraus entstehend“. Autogenes Training ist also ein selbstübendes Verfahren.

Du lernst, über innere Formeln, Vorstellungskraft und regelmäßiges Üben selbst Einfluss auf deinen Körper und dein Nervensystem zu nehmen.

In diesem Sinne kann man Autogenes Training auch als eine Form der Selbsthypnose verstehen. Nicht im spektakulären Sinn, sondern als ruhigen, klaren Weg, die Aufmerksamkeit nach innen zu lenken und den Körper über wiederholte innere Impulse in Entspannung zu führen.

Im Autogenen Training bringen wir das vegetative Nervensystem durch Entspannung wieder mehr in Balance. Unruhe kann zugunsten von Ruhe weichen, Angst kann schwächer werden, und aus innerer Enge kann wieder mehr Weite entstehen.

Durch die Konzentration auf bestimmte Formeln, zum Beispiel Schwere und Wärme, können sich entsprechende Körperempfindungen tatsächlich einstellen. Wenn du intensiv an Schwere und Wärme denkst, kann sich diese Empfindung in Armen, Beinen oder im ganzen Körper ausbreiten.

Das Schweregefühl in den Armen und Beinen ist ein erstes Zeichen dafür, dass der Körper vom Aktivierungsmodus in den Entspannungsmodus umschaltet. Das vegetative Nervensystem wird reguliert. Der Sympathikus, der mit Aktivierung, Anspannung und Stress verbunden ist, tritt in den Hintergrund. Der Parasympathikus, der für Ruhe, Regeneration und Erholung steht, wird stärker angesprochen.

Wie Autogenes Training wirkt

Autogenes Training wirkt über einfache Formeln und die bewusste Hinwendung zum eigenen Körper. Dabei können verschiedene Bereiche angesprochen werden:

  • Muskelentspannung
  • Durchblutung
  • Herz- und Kreislauftätigkeit
  • Atmung
  • Verdauung
  • Entspannung des Kopfes
  • Regulation des vegetativen Nervensystems

Ziel ist es, zu jeder Zeit und an jedem Ort willentlich entspannen und zu einem Zustand innerer Ruhe finden zu können. Bis diese Fähigkeit sicher zur Verfügung steht, braucht es regelmäßige Übung.

Mögliche Ziele des Autogenen Trainings

Autogenes Training kann dich dabei unterstützen,

  • erholende und erfrischende Entspannungszustände herbeizuführen
  • Stress abzubauen
  • die Körpermuskulatur zu entspannen
  • innere Ruhe vor belastenden Situationen zu finden, zum Beispiel vor Prüfungen
  • Selbstberuhigung und Selbstbestimmung zu stärken
  • die Konzentration zu verbessern
  • die eigene Körperwahrnehmung zu vertiefen
  • mehr innere Sicherheit aufzubauen
  • regelmäßige Erholungsphasen in den Alltag zu bringen
  • die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu stabilisieren

Darüber hinaus kann Autogenes Training eine intensive Selbstwahrnehmung ermöglichen. Durch die ruhige Hinwendung nach innen können eigene Reaktionen, innere Belastungen und Zusammenhänge klarer wahrgenommen werden.

Anwendungsbereiche

Autogenes Training kann auf körperlicher Ebene unterstützend eingesetzt werden bei:

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Schlafstörungen
  • Muskelverspannungen
  • stressbedingten Beschwerden
  • Verdauungsbeschwerden
  • Atemproblemen
  • Kreislaufregulation
  • vermehrtem Schwitzen
  • Appetitveränderungen
  • Zyklusstörungen
  • psychosomatischen Belastungen
  • allgemeiner innerer Anspannung

Auf psychischer und emotionaler Ebene kann Autogenes Training unterstützen bei:

  • Stress
  • Nervosität und Unruhe
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Vergesslichkeit
  • Selbstzweifeln
  • Prüfungsangst
  • Angst und innerer Enge
  • depressiver Verstimmung
  • innerer Überforderung
  • ungünstigen Stressreaktionen
  • dem Gefühl, nicht mehr richtig abschalten zu können

Auch Reaktionen wie Aggression, Schlaflosigkeit, ungünstiges Essverhalten, übermäßiger Konsum, Unsicherheit im Auftreten oder veränderte Lebensgewohnheiten können Hinweise darauf sein, dass das Nervensystem dauerhaft unter Spannung steht und gezielte Entspannung hilfreich sein kann.

Autogenes Training und psychosomatische Beschwerden

Wenn Angst, Unruhe, Spannung und Enge über längere Zeit bestehen bleiben, kann sich daraus eine innere Verkrampfung oder Überspannung entwickeln. Daraus können seelische Belastungszustände wie Aggression, Panik oder depressive Verstimmung entstehen.

Bleibt diese Belastung bestehen, kann sie sich auch körperlich ausdrücken. Körperliche Symptome können entstehen oder verstärkt werden.

Autogenes Training setzt sehr früh an. Schon bei Angst, Unruhe, Spannung und innerer Enge kann es helfen, wieder in Ruhe, Weite und Entspannung zu finden. Dadurch entsteht ein anderer innerer Weg, bevor sich Belastung immer weiter verdichtet.

Durch regelmäßiges und korrekt angeleitetes Üben kann Autogenes Training dabei unterstützen, den Kreislauf aus Anspannung, innerer Belastung und körperlicher Reaktion positiv zu beeinflussen.

Es ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung, kann aber ein wertvoller begleitender Weg sein, um das vegetative Nervensystem zu regulieren und wieder mehr Ruhe, Weite und innere Balance zu finden.

Autogenes Training lernen

Autogenes Training kann allein oder in Gruppen durchgeführt werden. Gerade zu Beginn ist es für viele Menschen leichter, die Methode unter Anleitung zu erlernen.

Ein ruhiger Raum, bequeme Kleidung und eine angenehme Körperhaltung unterstützen den Einstieg. Mit der Zeit wird es möglich, die Übungen auch im Alltag anzuwenden und innere Ruhe immer verlässlicher selbst aufzurufen.

Wichtig ist regelmäßiges Üben. Autogenes Training entfaltet seine Kraft nicht durch einmaliges Ausprobieren, sondern durch Wiederholung, Vergegenwärtigung und die Bereitschaft, sich immer wieder bewusst auf den eigenen Körper einzulassen.

Ein Weg zurück in die eigene Regulation

Autogenes Training ist ein stilles, kraftvolles Verfahren, das dich darin unterstützt, den Kontakt zu deinem Körper zu vertiefen und innere Ruhe aus eigener Kraft entstehen zu lassen.

Mit regelmäßiger Übung kann Autogenes Training zu einem verlässlichen Begleiter werden. Es kann dir mehr Selbstvertrauen schenken, dich innerlich stabiler machen und dir helfen, auch in schweren Situationen ruhiger, klarer und besser aufgestellt zu bleiben.

Durch diese Art der Entspannungsübung lernst du, dich früher wahrzunehmen und rechtzeitig in die eigene Regulation zurückzufinden. Genau darin liegt seine besondere Kraft.

Ein Hinweis zum Schluss

Wenn du dir unsicher bist, ob Autogenes Training für dich geeignet ist, oder wenn du unter chronischen, körperlichen oder psychischen Beschwerden leidest, kläre bitte vorher ärztlich ab, ob du Autogenes Training anwenden solltest.

Bei körperlichen Beschwerden sollte immer eine gründliche ärztliche Untersuchung stattfinden.

Verbandsmitgliedschaften

Pro Reiki Berufsverband Mitglied

Bianca Meyer ist Mitglied im Berufsverband Pro Reiki.

VFP Mitgliedssiegel

Mitgliedsnummer: 21085

Bianca Meyer ist Mitglied im Verband freier Psychotherapeuten,
Heilpraktiker für Psychotherapie und psychologischer Berater e.V.