Mein Weg,

der mich geprägt hat.

Mein Weg Bianca Meyer PsychCoach

Das erste Erwachen

Im Alter von 29 Jahren, einen Tag vor Heiligabend, bekam ich die Diagnose Krebs und konnte es nicht fassen. Das, was einem selbst doch nicht passieren konnte, passierte.

Meine eigene schwere Krebserkrankung war ein tiefer Einschnitt in meinem Leben. In einer Zeit, in der die Situation medizinisch sehr kritisch eingeschätzt wurde, begann für mich ein Weg, der meinen Blick auf Gesundheit, Selbstheilung, innere Stärke und menschliche Begleitung nachhaltig verändert hat.

Mit meiner Familie gleich darüber sprechen konnte ich nicht, schien es mir doch völlig surreal. Es dauerte über eine Woche, bis ich es schaffte.

Wie hypnotisiert habe ich mich umgehend um einen Operationstermin gekümmert. Zwei Wochen später war ich bereits operiert, hatte alles gut überstanden und wurde mit der Aussage, dass ich keine Kinder mehr bekommen könnte, entlassen. War es doch, solange ich denken konnte, mein größter und sehnlichster Wunsch, ein eigenes Kind zu bekommen. Alles änderte sich von einer Sekunde auf die andere.

Ich erzähle diese Geschichte, weil sie der erste und einer der wichtigsten Wendepunkte in meinem Leben war.

Es geht ums Erkennen und Entwickeln. Das hat mich zu meinem heutigen Beruf oder, besser ausgedrückt, zu meiner Berufung geführt.

Mein Körper hatte längst gesprochen

Ich stand so kurz vor dem Ende. Und doch war da dieses große Glück, dass ich überlebte und langsam, Schritt für Schritt, wieder gesund wurde. Mehr als ein Jahr brauchte ich, bis ich mich wieder erholt hatte.

Es war genau diese schmerzhafte Erfahrung, der es bedurfte, damit ich endlich begriff und anfing zu handeln. Darüber nachgedacht hatte ich bereits viele Jahre, jedoch konnte ich nicht handeln. Ich war feige und hatte Angst vor dem Alleinsein.

Im Innern spürte ich, dass meine Krankheit nicht einfach nur geschehen war. Meine Seele hatte so lange versucht, mit mir zu sprechen, sie war so laut, doch ignorierte ich sie. Schon über eine lange Zeit hatte mir mein Körper viele Zeichen gesendet. Ich hatte sie gespürt und trotzdem immer wieder beiseitegeschoben. Ich verlor sehr viel Gewicht, wog nur noch 48 kg und konnte kaum noch feste Nahrung zu mir nehmen. In dieser Zeit gab es auch sehr liebevolle Menschen an meiner Seite, die mich versucht haben zu unterstützen. Doch musste ich mich erstmal in mir finden.

Wo war dieses bezaubernde kleine Mädchen, das sein Kindsein mit sieben Jahren verlor — an dem Tag, als ihr Papa ging und zwei Jahre später für immer?

Über Nacht wurde ich zur Kümmerin für meine Geschwister.

Eine Verantwortung, die sich niemand ausgesucht hatte, die mir einfach auferlegt wurde — und die sich still und schwer durch Jahrzehnte meines Lebens auf alle Bereiche ausweitete.

Dabei war es nie meine Verantwortung gewesen.

Nicht wirklich. Aber man hatte es mir so tief eingepflanzt, dass ich es lange nicht erkennen konnte. Und der Berg auf meinen kleinen Schultern wurde mit jedem Jahr schwerer.

Ich ordnete mich unter, ließ mich verbiegen und traute mich nicht, Nein zu sagen.

Für mich einzustehen — das lernte ich erst mit Ende vierzig.

Endlich verstand ich, dass ich mein Leben und meine Einstellung grundlegend überdenken und verändern musste, damit ich gesund werden und bleiben konnte.

Es war wichtig, dass ich als Mensch, als Bianca, endlich wieder an erster Stelle stand. Denn nur so konnte ich neue Kraft schöpfen und privat wie auch beruflich mit positiver Energie für mich und andere da sein.

Veränderung durfte geschehen

Ich löste mich aus meiner unglücklichen Ehe, suchte mir eine neue Arbeit und kündigte meinen alten Job. Ich hörte auf, mich über Kleinigkeiten zu ärgern oder gar ein großes Drama daraus zu machen.

Ich erkannte den Wert meines Lebens und begriff zum ersten Mal wirklich, was Endlichkeit bedeutet.

Und so bin ich immer entspannter und glücklicher geworden.

Nur ein Jahr nach meiner Krankheit passierte dann das Wunder. Ich hatte inzwischen einen lieben Mann an meiner Seite und war schwanger, trotz diagnostizierter Unfruchtbarkeit, auf völlig natürlichem Wege und absolut überraschend.

Mein Leben auf Mallorca

Alles war wie im Märchen. Wir wanderten mit unserer süßen Tochter nach Mallorca aus und bauten uns dort eine gut gehende Praxis auf. Wir hatten ein traumhaft schönes Zuhause und genossen unser Leben. Wir bekamen noch ein zweites Wunschkind und alles lief nach Plan.

Viele denken jetzt bestimmt: Wow, was für ein tolles Leben, das hätte ich auch gerne. Sonne, Strand und Urlaubsfeeling das ganze Jahr.

Leider nicht. Die ersten Jahre haben wir rund um die Uhr gearbeitet. Egal, wann jemand an der Praxis klingelte, wir haben behandelt. Alles nur zu zweit mit Baby. Nach zwei Jahren auf der Insel kam unser Sohn auf die Welt. Es war eine Risikoschwangerschaft und ich musste die letzten Monate der Schwangerschaft in Deutschland unter ärztlicher Aufsicht verbringen.

Wir hatten viel erreicht, eine Finca gebaut, zwei Angestellte und ein friedliches Leben. Jedoch hatten wir mit all dem so viel Arbeit, dass ich den genauen Zeitpunkt nicht bemerkte, an dem ich mich wieder als Mensch und Bianca verlor. Ich funktionierte als Mutter, Ehefrau, Managerin, Assistentin, Haushälterin und in all den unzähligen Berufen, die Frauen noch innehaben. Und natürlich hatte auch mein Mann unzählige Jobs inne und kümmerte sich um uns, seine Familie, und war nur noch erschöpft.

Wir hatten so wenig Zeit, die wirklich nur uns gehörte. Unser Alltag drehte sich immer mehr um unsere Kinder, die Praxis und das Haus. Und irgendwann haben wir uns als Paar darin verloren. Wir sind nun schon viele Jahre geschieden, jedoch weiß ich heute, dass unsere Liebe nicht plötzlich verschwunden ist. Sie ist über die Jahre immer stiller geworden und in den Hintergrund gerückt, weil wir verlernt hatten, liebevoll und achtsam mit ihr umzugehen.

Und doch hat er mir das schönste Geschenk meines Lebens gemacht, unsere zwei Kinder. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar. Vielleicht sollte sich genau deshalb unser Weg kreuzen.

Unsere Kinder waren klein und haben mich in den ersten sechs Jahren so gut wie keine Nacht durchschlafen lassen. Viele von euch wissen genau, wie sich das anfühlt. Man nennt es, glaube ich, Alltag, der mich in all seinen Facetten wieder eingeholt hatte.

Der größte Schockmoment

Es war im Frühjahr 2006, als bei mir durch eine Routineuntersuchung bei einem befreundeten Kollegen plötzlich Lupus erythematodes mit maximal zwei Jahren Lebenserwartung diagnostiziert wurde. Jeder Mensch, der in einer ähnlichen Situation war oder ist, weiß genau, was ich in diesem Moment gefühlt habe.

Eine so unendlich große Ohnmacht machte sich in meinem ganzen Körper breit, der Boden unter meinen Füßen wich und ich sackte weinend zusammen. Zwei Jahre, das war unmöglich. Ich musste doch für meine Kinder da sein, für meine Familie.

Was an diesem Tag begann, hätte ich mir niemals vorstellen können. Es war mein alleiniger Kampf, etliche Reisen nach Deutschland zu Spezialisten und die wiederkehrende Erkenntnis, dass nichts, wirklich nichts, so wertvoll und wichtig ist wie meine Lebenszeit und somit mein eigenes Leben.

Nun hatte der Schalter sich wieder umgelegt. Und ich wollte leben für meine Kinder.

Mobilisierte alle Kraft in mir.

Lebenszeit wurde mein Maßstab

Probleme? Bitte, welche Probleme könnten wichtiger sein als ein Leben? Mir wurde bewusst, wie oft ich mich über Kleinigkeiten aufgeregt und geschimpft hatte, genervt war und völlig hirnrissige Regeln aufstellte, die man ja irgendwann, weil es schon seit Ewigkeiten so gemacht wurde, dann machen muss. Mit meiner Lebenserfahrung in meinem heutigen Alter kann ich für mich sagen: Leider war das der falsche Weg.

Ich habe unendlich viele Nächte durchgeweint, gebetet und viele harte Diskussionen mit dem „Big Boss“ im Himmel gehabt, wie ich ihn für mich liebevoll nenne. Diese Diskussionen waren für mich mit das Wichtigste, da ich allein mit all dem klarkommen musste. Niemand war da, mit dem ich hätte sprechen können. Ich habe Erkenntnisse gewonnen, konnte hinterfragen, habe Antworten bekommen und auch Versprechen gegeben.

Meine Kinder sind nun bereits erwachsen, bereichern jeden einzelnen Tag meines Lebens und keinen davon möchte ich missen. Ich liebe euch aus tiefstem Herzen.

Heute

Heute sind es die vielen Tiefen, denen ich dankbar bin, dass ich sie erlebt und durchlebt habe und so unendlich viel daraus lernen durfte.

Mein Urvertrauen habe ich niemals verloren, auch wenn es manchmal nur noch glimmte.

So verrückt es sich für viele auch anhören mag, ich finde im Negativen immer auch das Gute. Der Schmerz ist doch nur dazu da, um uns wachzurütteln. Und es liegt an uns, aufzuwachen oder so weiterzumachen wie gehabt.

Wir haben immer die Möglichkeit, uns zu entscheiden. Auch wenn es bedeutet, zu kämpfen und einen Kampf zu verlieren. Ich habe wundervolle Menschen begleitet, die ihren Kampf in unseren Augen verloren haben, doch jeder von ihnen hatte sich im Inneren bereits dafür entschieden, nicht mehr hier sein zu wollen. Ja, und auch das ist völlig in Ordnung.

Hegst du nur einen kleinen Zweifel daran, wird es nicht klappen.

Mein Selbst zu leben, das heißt für mich, im Jetzt anzukommen. Der Wunsch, perfekt zu funktionieren, führt zu einer endlosen Jagd nach einem besseren Selbst. Es ist ein Irrweg, auf dem wir uns verlieren und laufend unsere Integrität verletzen.

Ganzwerden beginnt für mich damit, meine Unvollkommenheit akzeptiert zu haben, Verletzlichkeit zu teilen und Gefühle zu zeigen. Dann stellen sich Gelassenheit und Leichtigkeit ein.

Es sind die Worte zwischen den Zeilen, die Seele eines besonderen Steines im glitzernden Bachbett, die Magie einer Begegnung.

Sich selbst lieben zu können, bedeutet für mich, sich die Freiheit zu nehmen, in vollem Bewusstsein zu sein – authentisch, ungeschminkt und empathisch.

Wer sein Herz öffnen kann, Liebe geben und Liebe annehmen kann, und mit offenen Augen durch das Leben geht — der ist für mich angekommen.

Geben ohne eine Gegenleistung zu verlangen, weil ich es möchte und eben nicht, weil es erwartet wird.

Erwartungsfrei. Bedingungslos. So einfach und doch so schwer.

„Du bist nicht dafür da, um mich glücklich zu machen — das vermag nur ich allein. Aber du darfst mir deine Liebe schenken, ohne etwas dafür zu erwarten.“

Es geht um die allumfassende Liebe, ehrlich und rein. Nur wenn du wirklich liebst, und wir reden hier nicht von Verliebtsein, gehst du liebevoll, wertschätzend und behutsam mit dieser Liebe und dem dazugehörigen Menschen um. Im besten Falle beruht diese Liebe auf Gegenseitigkeit und du siehst zwei Menschen, die so schön miteinander umgehen und sind.

Über allem steht der Wunsch, geliebt zu werden, so wie ich bin.

Und es wäre vermessen, wenn ich es nicht eingestehen würde. Auch ich habe in meinen vergangenen Partnerschaften immer gedacht, das ist sie jetzt, die große Liebe, und ich hätte sie endlich gefunden. Beim Zurückblicken sah ich, dass ich immer schon von Anfang an irgendwelche Zweifel hatte oder es gab Dinge, die mich störten oder gar Handlungen, die ich heute nicht mehr akzeptieren würde. Und das Verrückte war, ich bin geblieben, anstatt sofort zu gehen, obwohl ich schon zu Beginn merkte: Das passt eigentlich gar nicht. Doch haben wir ja so schön gelernt, man kann nicht alles haben.

Noch schöner waren die guten Ratschläge, du darfst nicht so wählerisch sein, du kannst doch froh sein, dass… und besser noch, man muss auch Kompromisse eingehen.

Ehrlich? Ganz klar: NEIN.

Ich wurde immer stärker durch meine Schwäche, blieb mir treu und habe stetig weiter an mir gearbeitet. Eine wundervolle Coachin aus Österreich hat mich weit über ein Jahr hinaus begleitet. Von ihr habe ich sehr viel gelernt, um mich weiterentwickeln zu können. Es gab diese eine Schlüsselsituation, in der ich mich unsagbar hilflos und am Ende fühlte und plötzlich erkannte, was ich Jahrzehnte nicht verstanden hatte. Es war genau dieser Moment, der mein Leben endlich wieder in positive Bahnen lenkte, weil ich begriffen hatte, worum es für mich wirklich ging.

Es war nicht die sagenumwobene große Liebe, es war der große unerfüllte Wunsch, einfach so, wie ich war, geliebt zu werden. Um diesen Wunsch oder besser dieses Bedürfnis gestillt zu bekommen, habe ich mich und meine Bedürfnisse immer ganz weit hintenangestellt, bis ich nicht mehr als Bianca vorhanden war, sondern nur noch meine für mich vorgesehenen Rollen übernommen hatte und in diesen perfekt performte. Wir waren Spiegel füreinander, doch haben wir nicht hineingeschaut und daran sind die Beziehungen zerbrochen.

„Ich zog diese Situationen mit den dazugehörigen Menschen an wie Motten das Licht.“

Heute weiß ich: Sie waren genau die richtigen Lernaufgaben für mich. Und weil ich meine Lektionen nicht erkannte, drehte ich viele Ehrenrunden.

An dieser Stelle möchte ich mich von Herzen bei all den wundervollen Menschen bedanken, die meinen Weg gekreuzt und mich auf ihre ganz eigene Weise berührt, begleitet und geprägt haben. Ebenso danke ich meinen Lehrerinnen und Lehrern, die mich mit ihrem Wissen, ihrer Erfahrung und ihrer Art ein Stück näher zu mir selbst geführt haben und mir ihre Wertschätzung schenkten.

Einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen hat Paul Moore, mein lieber schamanischer Freund und Wegbegleiter. Über mehr als ein Jahrzehnt hat er mich in die kraftvolle Welt des Schamanismus eingeweiht und mir Räume eröffnet, die mein Leben tief bereichert haben. Er ist leider viel zu früh gegangen.

Ebenso tief verbunden fühle ich mich meiner herzallerbesten Freundin Inge, die für mich wie eine Mutter war. Ihre bedingungslose Liebe, ihre Nähe, ihre Wärme und ihr liebevolles Wesen bleiben für immer ein kostbarer Teil meines Lebens.

Durch diese jahrzehntelange, wirklich harte Selbstarbeit konnte ich gesunden. Ich habe in meinem Herzwohnzimmer die Wände kunterbunt gestrichen, habe alle Fenster weit geöffnet und lasse meine Liebe für das Allumfassende fließen. Pure Lebensfreude erstrahlt im hellen Licht.

Ich bin Licht und Liebe. Und als ich das erste Mal in deine Augen schaute, sah ich Licht und unendlich viel Liebe.

Jetzt darf ich mit all dieser wunderschönen Lebenserfahrung meine Art der wahrhaftigen Liebe leben, an die ich immer glaubte.

Meine bedingungslose Liebe gilt dem Mann an meiner Seite, der nicht nur sein Herz mit mir teilt, sondern auf eine ganz besondere Weise auch seine Seele. Du bist es …

Unser aller Liebe ist die schönste und kraftvollste Macht, die alles möglich macht.

Der Autor Gary Zukav schrieb: „Am Ende wirst du verstehen, dass Liebe alles heilt und dass Liebe alles ist, was es gibt.“

In tiefer Dankbarkeit und Liebe für mein Leben und euch, die es so wunderbar bunt machen.

Signatur Bianca Meyer

Vita
Beruflicher Überblick
Ausbildungen, Weiterbildungen und berufliche Stationen im Überblick.
Mein
Weg
Persönlicher Einblick
Erfahrungen und Wendepunkte, die mich geprägt und zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin und meine Berufung leben darf.